RickysKaro
Nimm dein Leben in die Hände

Ambulante Stomatherapie

Hilf mir, es selbst zu tun!

Der Leitsatz in der Montessoritherapie ist auch mein Leitsatz in der Stomatherapie.

Enterostomatherapie ist ein spezieller und ureigener Bereich der Krankenpflege.

Stomaträger sind Menschen mit künstlichen Darm- und Urinausgängen, wobei an diesen Ausgängen nichts künstlich ist.

Stomaarten und Begrifflichkeiten, die häufig verwendet werden:

  • Jejunostoma, Ileostoma, Zökalfistel
  • Transversostoma, Kolostoma des Aszendes, des Descentus oder Sigmoids.
  • Ureterocutaniostomien sind auch als Ureterhautfisteln bekannt und die Conduits.  Das Ileumconduit ist das wohl das häufigste Urinstoma.

Stomata können endständig (ein Darmlumen sichtbar) oder doppelläufig ( zuführender und abführender Schenkel sichtbar also 2 Darmlumina) sein.

Ein permanentes Stoma ist ein bleibendes Stoma, ein temporäres Stoma ist als zeitlich begrenztes Stoma geplant.

Die Aufgabe des unabhängigen Stomatherapeuten ist die Schulung und Beratung der Patienten und dessen Angehörigen mit passenden und geeigneten Hilfsmitteln.

Moderne Stomatherapie begleitet den Patienten prä- und postoperativ bis zur Überleitung in die Rehaklinik oder in die häusliche Umgebung.

Der Stomatherapeut wird ausgebildet, um fachspezifische Früh- und Spätkomplikationen zu erkennen und sie mitzubehandeln. Er ist oft Mitarbeiter im multidisziplinären Team.

1. Phase: Präoperativ - vor der Operation

Mit der sachgerechten Markierung werden die Weichen für ein Leben mit dem Stoma gestellt.

2. Phase: Postoperativ - nach der Operation

Aussuchen und Anpassen der in Frage kommenden Stomaversorgungsprodukte unter Berücksichtigung der individuellen Hautverhältnisse im Stoma-Bereich und der Ausscheidungsmenge und Beschaffenheit. Die ersten Schritte sind sehr wichtig und oft entscheidend für die Rehabilitation:

  • Hilfe beim Systemwechsel
  • Anleitung zur Selbstversorgung
  • Gebrauchsschulung für Sie oder Ihre Angehörigen
  • Koordination der am Pflegeprozess beteiligten Personen

Trotz oder gerade wegen der neuen Situation mehr Unabhängigkeit und mehr Lebensqualität für sich zu erlangen ist das Ziel.

3. Phase: Reha oder Leben im häuslichen Bereich:

  • Gebrauchsschulung für Sie oder Ihre Angehörigen.
  • Gebrauchsschulungen mit dem betreuenden Pflegedienst.
  • Sachgerechte Versorgung bei eventuell auftretenden Stoma-Komplikationen – Problemversorgungen.
  • Umstellung des Systems, wenn es angezeigt ist.
  • Produktneutrale Beratung.
  • Irrigationstraining.
  • Hilfe bei der individuellen Produktbeschaffung nach Richtlinien der Krankenkassen.
  • Einsatz von Hilfsmitteln und Pflegehilfsmittel falls nötig Einsatz ergänzender Hilfsmittel.
  • Schulung über Hautpflegemittel im Stoma und Kontinenz-Gebiet und spezieller Hautpflegemittel.
  • Info über Zusatzprodukte, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden.
  • Beratung bei begleitender Chemo- und oder Strahlentherapie.
  • Einleitung der Pflegestufe oder sonstiger sozialer Ansprüche.
  • Kommunikation mit den behandelnden Ärzten.
    Ernährungsberatung bei Kurzdarmsituation oder Malabsorptions- und Resorptionsstörungen.
  • Umstellung oder Aktualisierung des Systems nach Reifung des Stomas, auf die Anforderungen des täglichen Lebens.
  • Urlaubsberatung und Freizeitgestaltung.

Meine Prämisse ist Hilfe zur Selbsthilfe, damit Sie sobald und so schnell wie möglich alleine zurechtkommen.

Defizite erkennen und, mit Ihnen zusammen, ausgleichen soweit als möglich, ist eine wichtige Aufgabe der ambulanten Stomatherapie.

"Im Glück nicht jubeln, im Leid nicht klagen, das Unvermeidliche mit Würde tragen!"

Der Versorgungswechsel beim eingeheilten Stoma ist keine Leistung der Krankenkasse. Der routinemäßige Versorgungswechsel ist vom Versicherten selbst oder von seinen Angehörigen durchzuführen. Auch ambulante Pflegedienste dürfen den routinemäßigen Stomaversorgungswechsel nicht zu Lasten der Krankenkasse abrechnen. Der Toilettengang als solches ist der Versorgungswechsel zu sehen ist auch bei anderen Menschen keine Kassenleistung.

Es besteht der Anspruch auf Hilfsmittelversorgung und Beratung durch die Vertragslieferanten, der jeweiligen Krankenkasse des Versicherten.

Wundheilungsstörungen, Nahtdehiszenzen und parastomale Fisteln sind im Leistungsspektrum der Krankenkassen angesiedelt, deshalb ist eine genaue Stomainspektion nötig und diese Ansprüche zu klären.

In besonderen Ausnahmefällen kann die Bezahlung der Stomaversorgung durch eine Gesetzesänderung 2017 erreicht werden.

Berufs - und Fachverbände sowie Selbsthilfegruppen helfen Ihnen gerne weiter:

Noch ein paar sehr persönliche Gedanken:

Unser Gesundheitssystem entwickelt sich in meinen Augen immer mehr zu einem Krankheits-Verwaltungssystem.

Das ist für Sie als Betroffener nicht leicht, für uns pflegende Personen aber auch nicht. Ich persönlich finde es sehr schlimm, wenn ich erst fragen muss, wo Sie versichert sind, damit ich dann eine einigermaßen rechtsverbindliche Beratung durchführen kann. In meinen Anfängen (1983) haben wir um Produktneutralität und um unabhängige fachliche Beratung gekämpft.

Heute müssen wir schauen, dass wir mit Stomapauschalen eine gute und dichte Stomaversorgung hin bekommen - unabhängig davon, ob es sich um eine Problemversorgung handelt oder nicht.

Erschwerend kommen Probleme hinzu mit dem Stoma bei Kurzdarmsyndrom und bei Begleit-Therapien wie Chemo und/ oder Strahlentherapie, Hautunverträglichkeiten oder Hautreaktionen bei Antikörpertherapie oder Allergien. Da kommt zur Stomaversorgung schnell eine Wundversorgung dazu. Was sich manchmal als sehr schwierig gestalten kann.

ES GILT DER GRUNDSATZ: "WER ZAHLT HAT RECHT"!

Es fällt mir schwer, diesen Grundsatz in vielen Alltagssituationen zu akzeptieren und es führt zu vielen Grundsatzdiskussionen. Obwohl mir das Wirtschaftlichkeitsgebot einleuchtet, und mir klar ist, dass nur das medizinisch Notwendige zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden darf.

Es wurde und wird von allen Seiten viel Unfug gemacht und nun müssen es alle (er)tragen.

"Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder durchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken!" Dietrich Bonhoeffer

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